16.06.2026
Was tun, wenn ein geliebter Mensch seinen letzten Lebensweg beschreitet? Wie kann man ihn in dieser Phase begleiten, welche Art der Unterstützung hilft ihm und wie geht man dabei mit den eigenen Unsicherheiten um?
Fragen wie diese beschäftigen irgendwann jeden Menschen in seinem Leben und doch wird das Thema Sterben im Alltag oft verdrängt. Um hier Orientierung zu geben, hat die Netzwerkkoordinatorin für Gesundheit und Pflege des Landkreises Prignitz, Isabel Raab, nun den sogenannten „Letzte-Hilfe-Kurs“ für Bürgerinnen und Bürger ins Leben gerufen. Geschaffen wurde dieses Angebot, um Menschen dabei zu unterstützen, Sicherheit im Umgang mit schwerkranken und sterbenden Angehörigen zu gewinnen.
„Sterben und Abschied nehmen gehören untrennbar zum Leben dazu. Trotzdem fällt es vielen Menschen schwer, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen. Wir möchten dabei helfen, Berührungsängste abzubauen und den Betroffenen das Gefühl geben, dass sie nicht alleine mit der Situation sind“, erklärt Isabel Raab.
Wie wertvoll dieses Angebot ist, zeigte bereits das erstmalige Treffen Anfang Juni. Zu Beginn des Kurses begegneten viele Teilnehmende dem Thema Sterben zunächst mit Zurückhaltung. Doch diese schwand nach einiger Zeit und öffnete einen Raum für einen offenen Austausch und fachlichen Input. Auch kleine praktische Übungen waren Teil des Treffens. Die Teilnehmenden stellten Riechdosen her, probierten Mundpflegebutter aus und lernten kleine wohltuende Handmassagen, die sie bei der Pflege von Sterbenden anwenden können.
„Gerade weil das Thema häufig mit Angst oder Unsicherheit verbunden ist, war es schön zu erleben, wie offen und positiv die Teilnehmenden den Kurs am Ende angenommen haben. Das zeigt, wie groß der Bedarf an solchen Angeboten ist“, so Raab weiter.
Der Kurs basiert auf dem bewährten Konzept des Vereins „Letzte Hilfe e. V.“ und vermittelt grundlegendes Wissen in vier zentralen Themenbereichen. Dazu gehört zunächst die Auseinandersetzung mit dem Sterben sowie die Frage, welche rechtlichen Möglichkeiten und persönlichen Entscheidungen frühzeitig getroffen werden sollten. Darüber hinaus lernen Teilnehmende praktische Ansätze kennen, um Leiden zu lindern und den Sterbenden in schwierigen Momenten beizustehen.
Auch künftig sollen weitere „Letzte-Hilfe-Kurse“ im Landkreis angeboten werden. Die Teilnahme ist kostenlos. Interessierte Bürgerinnen und Bürger sowie Unternehmen, die ihre Mitarbeitenden sensibilisieren möchten, können sich an die Netzwerkkoordinatorin für Gesundheit und Pflege des Landkreises Prignitz, Isabel Raab, wenden.
Kontaktdaten:
Isabel Raab
Netzwerkkoordinatorin Gesundheit und Pflege
Telefon: 03876 713-604
E-Mail: PaktfuerPflege@lkprignitz.de
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